Logo der Die Deutsch-Slowakische Industrie-und Handelskammer

Neuer OECD-Kommentar zum Home Office und zur Betriebsstättenbegründung

  • News

Die OECD hat ihr Musterabkommen und den Kommentar aktualisiert und damit die Regeln zum grenzüberschreitenden Homeoffice und zur Betriebsstätte wesentlich präzisiert. Unternehmen sollten daher ihre bestehenden Modelle prüfen, da Tätigkeiten aus dem Ausland direkte steuerliche Folgen haben können.

donterase-study-789631_1920.jpg

Die OECD hat im November 2025 eine Aktualisierung des OECD-Musterabkommens zur Vermeidung der Doppelbesteuerung zusammen mit einem neuen Kommentar veröffentlicht, der wesentliche Änderungen im Bereich des grenzüberschreitenden Homeoffice sowie der Betriebsstättenbegründung enthält. Im Mittelpunkt steht dabei die Auslegung des Begriffs der festen Geschäftseinrichtung bei grenzüberschreitender Telearbeit. Der aktualisierte Kommentar zum Artikel 5 stellt nicht mehr darauf ab, ob der Arbeitgeber die Tätigkeit im Homeoffice ausdrücklich oder implizit verlangt. Damit wird die bislang bestehende Auslegungsunsicherheit beseitigt. Die neuen Leitlinien beschränken sich zudem nicht ausschließlich auf Homeoffice, sondern erfassen auch andere Arbeitsorte, wie etwa Coworking-Spaces. Maßgebliches Kriterium ist künftig der Grad der Dauerhaftigkeit. Eine Tätigkeit aus dem Ausland in einem Umfang von bis zu 50 % der Arbeitszeit innerhalb eines Zwölfmonatszeitraums führt in der Regel nicht zur Begründung einer Betriebsstätte. Bei Überschreitung dieser Schwelle ist eine Einzelfallprüfung erforderlich, wobei insbesondere der wirtschaftliche bzw. kommerzielle Grund für die Präsenz des Arbeitnehmers im Ausland ausschlaggebend ist.
 

Für Unternehmen bedeutet dies, dass die Ausgestaltung von grenzüberschreitenden Remote-Work-Modellen unmittelbare steuerliche Konsequenzen haben kann. Die Begründung einer Betriebsstätte wirkt sich sowohl auf die Körperschaftsteuer als auch auf die Besteuerung der betroffenen Arbeitnehmer aus. Unternehmen sollten daher ihre Modelle der grenzüberschreitenden Tätigkeit überprüfen und insbesondere bei längerfristiger Auslandstätigkeit von Arbeitnehmern und in Fällen, in denen deren Präsenz im Ausland geschäftlichen Interessen des Unternehmens dient, das Risiko einer Betriebsstättenbegründung sorgfältig evaluieren.
 

Die Aktualisierung berücksichtigt die neuesten Entwicklungen im Bereich der internationalen Besteuerung. Diese Änderungen werden in das überarbeitete OECD-Musterabkommen aufgenommen, dessen Veröffentlichung für das Jahr 2026 vorgesehen ist.

BMB Partners s.r.o.

Die Gesellschaft BMB Partners ist ein TOP Beratungsunternehmen mit globalem Know-how, spezialisiert auf Steuern, Wirtschaftsprüfung und Finanzberatung. Auf dem slowakischen Markt verfügt sie über 25 Jahre Erfahrung. BMB Partners ist als einzige Firma in der Slowakei Mitglied von TAXAND, der weltweit größten unabhängigen Organisation im Bereich der Steuerberatung, die in 50 Ländern mit mehr als 2.000 Spezialisten vertreten ist. Wir sind ein stabiler Partner im Bereich der Unternehmensfinanzen und richten uns nach dem Motto „Es geht um Lösungen“.

Autorinnen

In den Kategorien:

Die neuesten Nachrichten lesen

Alle Neuigkeiten ansehen
  • markus-winkler-tGBXiHcPKrM-unsplash.jpg
    Neuigkeiten

    Shadow AI am Arbeitsplatz

    Arbeitsrechtliche Aspekte der Nutzung eigener KI-Tools durch Mitarbeiter. Wie lässt sich die nicht genehmigte Nutzung künstlicher Intelligenz durch Mitarbeiter verhindern, die zum Verlust von Know-how oder Geschäftsgeheimnissen führen und die Nachhaltigkeit des Unternehmens gefährden kann?

  • conny-schneider--ysv-HwRpcA-unsplash.jpg
    Neuigkeiten

    Was muss eine interne KI-Richtlinie aus Sicht der DSGVO enthalten?

    Die Aufschiebung der Verpflichtungen für Hochrisikosysteme gemäß der Verordnung über künstliche Intelligenz könnte den Eindruck erwecken, dass noch Zeit für die Vorbereitung bleibt. Die Verpflichtungen gemäß der DSGVO werden jedoch nicht aufgeschoben, und die interne KI-Richtlinie ist ein Dokument, mit dem der Arbeitgeber deren Erfüllung nachweist. Was muss eine KI-Richtlinie enthalten?

  • accountant-1238598_1280.jpg
    Neuigkeiten

    Steuerliche Verluste und Mindeststeuer: ihre Anwendung in der Praxis

    Wissen Sie, wie Sie Steuerverluste effektiv nutzen können, ohne dabei die Mindeststeuer aus den Augen zu verlieren? Wir bieten Ihnen einen Überblick über die Regeln und praktischen Zusammenhänge, die sich auf die endgültige Steuerpflicht eines Unternehmens auswirken können.

Suchen Sie etwas Anderes?

In unserem Informationszentrum finden Sie aktuelle Neuigkeiten, Downloads, Videos, Podcasts...

Zum Info Hub